Nala (alias: Conny VII vom Talsdeich) auf dem Weg zum

Vollgebrauchshund

Ich kaufte Nala im Dezember 2002 von einem sehr bekannten Züchter. Für die Jugendsuche war sie im April 2003 noch zu jung und auch ich hatte als Erstlingsführer noch keine Ahnung, was auf mich zukommen würde. Im Sommer 2003 beteiligte ich mich mit ihr am Vorbereitungskurs auf die HZP um dann im Frühjahr 2004 die Prüfungen zu beginnen.

VJP 2004 mit Nala, April 2004
Nala war eigentlich gut vorbereitet. Wir waren seit Monaten Sonntags bei Hannes  gewesen. Vorstehen hatte immer gut geklappt. Die Hasenspur hatten wir mehrfach auf den Äckern neben dem Waidsee geübt und auch das hatte gut funktioniert. Nala hatte in der Regel die Hasenspur aufgenommen und dann über viele 100 m ausdauernd verfolgt. Manchmal hatte sie sogar auf dem Rückweg einen weiteren Hasen hochgemacht und dann diesen wieder – mit Sichtlaut – verfolgt.

Wo wir ein Problem hatten war die Suche. Nala ging immer zu weit und kam dann erst spät wieder zurück. Sie ließ sich nicht von meinem Kreuz- und Quergehen leiten. So machten wir dann mal das Teletakt von Hannes drauf. Der Acker war ca. 5 cm hoch mit Sommerweizen bestockt und firsch gedüngt. Hannes folgte uns. Nala legte wieder los. Ich pfiff sie rein aber ohne Reaktion, so versuchte ich den Triller. In der Zwischenzeit hatte Hannes aber schon einen kleinen Schock plaziert und im gestreckten Galopp kam sie zu mir rein. Nur widerstrebend wollte sie danach wieder von mir weg. Ein kleiner Schock hatte ihr gereicht. Da draussen wartete offenbar eine nicht vorhersehbare Gefahr. In den Tagen danach klappte die Suche hervorragend. Große Überraschung aber am nächsten Sonntag bei Hannes: Nala machte keinen Schritt von mir weg als wir wieder auf dem Acker die Suche versuchten. Die Vermutung lag nahe, daß sie die Gefahr damals mit dem „kurzen“, gedüngten Acker verband. Auch auf weiteren brachen oder „kurzen“ Äckern ging sie nicht von mir. Erst auf einem Wildacker und auf einer Obstwiese zeigte sie eine sauber Suche. Hannes war sehr zufrieden. Wir übten zu hause und ich merkte, daß sie sich immer weiter von mir weg bewegte.

Am Abend vor dem großen Tag hatte ich alles gerichtet was Elfriede uns auf den Merkzettel geschrieben hatte. Zum Schluß noch aufmunitioniert und die Flinte gerichtet. Am Suchenlokal trafen wir sehr früh ein. Alle waren aufgeregt. Ein Franzose war angekommen, der sich für DD interessierte und man suchte jemanden, der sich mit ihm unterhalten konnte. Ich stellte mich zur Verfügung und wir nahmen ihn mit in unsere Gruppe. Nala war zusammen mit einer Wurfschwester, geführt von Hans und einer weiteren Hündin in einer Gruppe. Der Richerobmann war ein mürrischer, fetter Kerl, der nur schwer laufen konnte. In sein Revier fuhren wir. Die erste Prüfung war Schussfestigkeit. Hans fing an. Wir mußten nachrücken. Hans schoß und Nala schoß in den Riemen. Sie wollte mitsuchen. Dann kamen wir an die Reihe. Ich machte Nala los und sie ging ab. Ich solle in die Luft schießen. Also schnell geladen – hopps die war zu klein: Kal 16. Dieses Kaliber geht zwar leicht in die 12er Flinte aber nur sehr mühsam raus. Endlich war geladen und geschossen. Die Schüsse beeindruckte sie nicht beim Suchen und sie ging weiter in die Ferne. Ein Hase stand auf und Nala verfolgte ihn. Sie machte einen großen Bogen und kam dann wieder zurück. Das war bzgl. Gehorsam nicht so gut.

Die Richter beschlossen zuerst die Hasenspur zu machen, solange es nocht nicht zu heiß war, denn es versprach ein sehr schöner Tag zu werden. Wir gingen in Linie über einen weiten kniehohen Weidelgrasbestand. Hans mußte die erste Spur bearbeiten – war nicht toll. Carola löste sich nicht weit und kam bald wieder zurück. Nalas erste Spur taugte auch nicht viel. Sie kam einfach nicht auf die Spur. Das wiederholte sich aber sie ging meist sehr weit um dann nach ca. 4 bis 500 m wieder zurück zu kommen. Wir machten einen Bogen und erkannten auf ca. 200 m einen Hasen. Der Obmann sagt: „So jetzt kriegen sie noch eine Chance. Gehen Sie mit ihrem Hund hin“. Ich fragte ob ich den Hasen wirklich selber – mit Nala – rausstossen soll. Ja, war die Antwort. Also näherte ich mich schnellen Schrittes dem Hasen von seitlich. Auf ca. 100 m genähert ging der Hase hoch und machte sich davon. Ich rannte zur Sasse, fand diese aber nicht sondern ließ Nala vom Band als ich meinte mit ihr auf der Spur zu sein. Sie folgte der korrekten Spur als 2 Hasen ganz in ihrer Nähe vorne rechts hoch kamen. Sie war in der Richtung unterwegs, gab aber keinen Laut. D.h. sie hatte sie nicht gesehen. Da ging vor ihr ein weiterer Hase hoch und ab ging die Jagd mit deutlichem Sichtlaut – weit verfolgte sie den Hasen und kam nach ca. 1,5 km wieder zurück. Kein Richter war bei mir und ich wußte nicht ob der Sichtlaut gehört worden war. Das war also gut. Wir gingen zurück über eine Wiese. Der Obmann am anderen Ende der Linie hat wieder einen Hasen hochgemacht und meint Nala soll nochmal ran. Ich galoppierte also zu ihm hin. Er deutete auf eine Blöße in der Wiese und meinte das sei doch ganz leicht und einfach auf dieser Spur jetzt dem Hasen zu folgen. Ich setzte Nala an aber sie machte zu früh rechts um. Ich solle sie nochmal ansetzen. Diesmal klappt’s. Sie geht weit auf der richtigen Spur in Richtung Straße und verschwindet hinter einer Baumgruppe. Ein – oder der – Hase kommt zurück. War er übersprungen? Nala kam zurück auf einer Spur. Sie dreht etwas rechts parallel zur Baumgruppe und fängt intensiv an zu suchen. Plötzlich steht sie ausdauernd vor, zieht etwas nach und springt dann rein bevor ich dran sein kann. Es ist eine Katze und ruckzuck ist sie abgewürgt. Zum Glück war die Distanz weit über 500 m vom nächsten bewohnten Gebäude. War das peinlich, oder? Nein alle gratulieren mir für diese eben demnonstrierte Raubzeugschärfe – vor allem in der Kombination mit dem Vorstehen. Eine gute Suche sei das auch gewesen. Wir brauchen kein Vorstehen mehr zu zeigen.

Wir gehen zurück zu den Autos und fahren etwas weiter um die Suche noch zu machen. Nala ist am Ende. Die vielen gestohlenen Ostereier haben der Kondition nicht gut getan. Nach anfänglichem guten Suchen läuft sie nur noch in meiner Spur. Ich soll abbrechen, Nala etwas Erholung geben und dann kommen wir nochmal dran. Vorher ist Hans an der Reihe. Vorstehen. Ihm ist die Sache nicht geheuer. Im Winter hatte er Carola auf Härte getrimmt. Daraufhin wollte sie keine Zeit mehr mit Vorstehen vergeuden sondern griff die Wachteln ohne auch nur einen kleinen Moment zu zögern oder vorzustehen. Carola zog also auf die Wachtel an, der Schwanz wedelt und wedelt, kommt nicht zu stehen „warte gleich hab ich dich“. Sie springt rein und hat die Wachtel am Wickel. Die zweite greift sie aus der Luft. Wir sind dran, Nala sucht wieder frei aber nicht im Galopp. Die Richter möchten uns beschleunigen. Ich solle mal schauen ob Nala die Stelle mit der Wachtel interessiert. Ja tut sie. Nala sucht sehr angestrengt und hat in 2 m einen Hasen vor sich, den sie mit Sichtlauf durch Stacheldraht in ein kleines Wäldchen verfolgt. Weiterhin Hetzlaut. Plötzlich kommt sie mit 2 Rehen raus. Ich rufe sie ab und es funktioniert nach einer Weile. Sie geht aber nochmal in den Wald und kommt wieder mit einem Reh raus. Ich trillere sie runter. Sie kommt zurück. Wir sind fertig. Mit 60 Punkten war das zwar nicht ausreichend für die Hegewald aber ich war zufrieden und Nala hat sich wegen der Katze einen bleibenden Ruf im Umfeld geschaffen. Ansonsten hatte sie die Bedingungen für die Hegewalt erfüllt: Härtestest und HD-Freiheit.

Gänsejagd und Kuchenfest

Heute früh, 1 Tag bevor die Sondererlaubnis zur Bejagung von Kanadagänsen am Waidsee erlischt hatte ich mich mit Hubertund 3 weiteren Jägern morgens um 7 Uhr am Gasthaus Seehaus verabredet. Über Nacht hatte das Wetter umgeschlagen. Ein eisiger Nordostwind fegte daher und hatte den frischen Schnee über Knöchelhöhe auf die Straße verfrachtet. Nala war gut aufgelegt und ich ließ sie auf den benachbarten Äckern erst mal austoben. Hubert kam mit seinem Sohn ca. 10 min verspätet an. Ich hatte den Schlüssel zum Badestrand bekommen wo ca. 60 Gänse auf dem 20 m breiten offenen Wasser lagen. Wir luden „Roller“ und näherten uns den Gänsen. Von rechts beginnend wollten wir jeder unsere 1 bis 2 Schuß abgeben. Ich zählte auf 3 und wir schossen gleichzeitig. Ohje: nur eine Gans zeichnete und stieg nicht mit dem Schoof auf. Als Nala apportieren sollte sprang plötzlich der weiße Schäferhund vom Seehaus um sie rum und lenkte sie ab. Die Gans versuchte schwimmend zu entkommen. Ich lief hinterher und gab einen weiteren Schuß auf sie ab. Nun merkte Nala was los ist und apportierte brav. ,

Guter Hund!

 

Die Gänse waren im großen Bogen zurückgekommen und flohen auf’s Eis. Dort waren sie für uns nicht erreichbar, denn Nala würde nicht aus dem Wasser auf das Eis kommen. Beim Abglasen sah ich eine tote Gans mitten auf dem See auf dem Eis liegen. Es war leider nichts zu machen. Weder wir noch Nala kamen ran.

 

Um 12.00 waren wir zu einer Führung im Reiss-Museum angemeldet. Für Nala hatte ich ein Feuer gemacht, damit sie sich vom kalten Wasser erholen konnte. Theresa kam nicht mit nach Mannheim sondern sollte auf  Nala aufpassen. Gegen 14.00 erhielten wir einen Anruf von ihr. Nala habe einen frischen Apfelkuchen und ein Vollkornbrot aufgefressen. Sie backe einen neuen Kuchen. Zu Hause angekommen konnten wir die Umfangsvergrößerung deutlich feststellen.

Sauhund miserabliger!

 

Nach einem Kaffee ging ich noch mal auf Gänse. Ich wollte vor allem sehen ob das Eis am Rand des Sees nun Nala tragen würde. In der Tat fanden wir einen Einstieg aber Nala war nicht beizubringen, die in Seemitte liegende Gans zu apportieren. Sie konnte sie nicht sehen.  Gänse landeten am Badestrand. Wir machten uns auf den Weg. Ich hatte diesmal die Hornet dabei. An einem Baum angestrichen schoß ich 2 Gänse innerhalb von 5 Sekunden und hätte noch weitere schießen können, denn die Reaktion der Getroffenen war – für die anderen Gänse – offenbar harmlos. Trotzdem hatte ich genug mit 2 Gänsen, denn Nala musste ja noch beide apportieren. Die Entfernung vom Strand waren ca. 25 m. Die erste Gans lag tot auf dem Wasser aber die zweie schlug noch mit den Flügeln. Eine Attraktion für Nala. Ruckzuck war die Gans apportiert. Auch die ruhig treibende Gans apportierte sie nach einigen anfeuernden Worten.

Guter Hund – sauguter Hund!

 

So ging ich also an diesem Spätwinterabend bei klirrender Kälte und steifem Nordostwind mit meinen zwei Gänsen auf den Ausgang am Seehaus zu. Drinnen schaute der Wirt heraus und ich hob die Gänse hoch und deutete ihm an, ob er Interesse habe. Klar könne man Kanadagänse essen und natürlich darf er sie verkaufen, so wie alles Wild. Frischer geht’s nimmer. Jetzt habe ich ein Essen mit meiner Frau bei ihm gut – und schon ist der Kuchen vergessen. Bevor wir zum Auto kommen schwimmt Nala noch eine Runde, nur für den Fall, dass die Boje doch vielleicht eine Gans wär – Schade.

 

Unterm Strich: Nala, du bist einfach ein Charakterhund. Verfressen bis zum Platzen aber unglaublich passioniert.

 

Nachtrag, Mai 2005

Und das Essen beim Seehauswirt, das wir im Mai einlösten hat die Stimmung von Frauchen auch deutlich aufgehellt – Sie spricht jetzt sogar davon, dass man mit Nala doch unbedingt züchten sollte…..

Schweiß

Da sich in meinem Revierteil kein Schalenwild rumtreibt, haben wir bisher nicht mit Schweiss geübt. Trotzdem musste Nala schon mehrfach ran um krankgeschossenes Rehwild nachzusuchen. Insgesamt 4 mal war sie dran. Das erste mal mit Konrad, da ein Bock beschossen war. Konrad, da ich nicht zu hause war,  fand keinen Schweiß und brach die Suche ab.

Dann im Herbst oberhalb des Weinberges. Ein schnell ziehendes weibl. Stück Rehwild war von schräg hinten beschossen worden. Am Anschuß war viel Schweiß aber alles war verdappt. Nala kam nicht mehr zurecht.

Der erste Erfolg stellte sich bei der ersten Drückjagd ein. Ein Gast meldete nach dem Abbaumen, dass er eine Geiß beschossen habe aber sie sei abgesprungen. Der Anschuß war mit einem Tempo verbrochen. Der Jäger setzte sich auf den Sitz und „befahl“, dass das Stück nach links oben abgesprungen sei. Nala zog nach rechts aber das konnte nicht sein. Links war nichts zu finden. Wir fanden aber auch kein Tröpfchen Schweiß. Der Beständer rief einen anderen Hundeführer an….aber er bekam keinen Anschluß. Derweil versuchte ich Nala etwas zu beruhigen und erlaubte ihr am Riemen rechts zu suchen. Tatsächlich: am Wegrand jede Menge Lungenschweiß und eine breite Spur bergrunter. Kein Problem mehr für Nala. Nach ca. 20 m war sie am Stück.

Dann wieder ein Anruf. Er habe auf einen guten Bock geschossen, er liege aber nicht. Etwas Schweiß sei da, hellrot, nicht viel. Er habe wahrscheinlich nur das Brustbein etwas angeflickt. Wir machen uns fertig um abgeholt zu werden. Er war zerknirscht. Am Anschuß wirklich etwas Wildbretschweiß. Es wurde schon dunkel. Nala zog stramm am Riemen. Sie war sehr stürmisch. Ich kam ihr kaum nach. Immer wieder bögelte sie im Galopp, ich am Riemen hinterher. Steil bergrunter. Die beiden Helfer sind schnell abgehängt. Nach 500 m talabwärts bögelt sie und untersucht mehrfach einen Platz hinter einer Buche. Ich rufe Fritz mit der Lampe herbei um nach Schweiß zu suchen. Tatsächlich finden wir mehrere Tropfen davon – heller Schweiß. Nala weiß zunächst nicht recht weiter. Dann legt sie sich aber wieder stramm in den Riemen, zieht talabwärts – wir sind bereits hart am Dorf – über den kleinen Bach wieder talaufwärts auf einen Weg. Diesen mehrfach hinauf und hinunter, dann den Berg weiter nach oben – rechts über umgestürzte Bäume. Es ist jetzt schon richtig dunkel. Da kommt sie plötzlich mit dem Bock von oben schräg an mir vorbei mit Hetzlaut. Ich lass den Riemen los denn sie ist knapp hinter ihm. Es handelt sich zweifelsfrei um einen guten Bock, hoch auf. Er umschlägt mich talabwärts und dann geht die wilde Jagd den Hang hoch und verstummt irgendwann. Ich steige hoch so schnell ich kann. Man hört nichts mehr. Ich warte 15 min., dann pfeife und rufe ich nach ihr, damit sie mich ggfs. zum Stück führen könnte. Sie kommt, ist vollkommen erschöpft und hatte offenbar keinen Kontakt, denn am Fang ist kein Scheiß zu finden. Wir geben ihr etwas Pause und steigen dann den Hang hoch. Jetzt erst wird uns bewusst, dass wir nur knapp links vom Anschuß angekommen waren. Wir werden morgen Nachmittag noch mal unser Glück versuchen.Ich schätze die Suche auf über einen  km und eine ebenso weite Hetze. Leider waren wir nicht erfolgreich und Nala ging leer aus. Am nächsten Tag kamen wir auch nicht zum Stück aber Nala fand eine Abwurfstange vom Vorjahr – das war’s.

VGP

Wir hatten wieder bei Hannes geübt. VGP ist aufwändig: insgesamt werden mehr als 30 Fächer benotet. Das Suchenlokal war – wie üblich – das Lokal des Schäferhundevereins. Ab 7.30 trafen die Hundeführer ein. 6 Hunde waren gemeldet. Hans, Gerhard und ich waren in der 2. Gruppe. Ich war offenbar der erste der sich angemeldet hatte, denn Nala war prompt Katalognr. 1. D.h. wir waren immer die ersten in unserer Gruppe. In der anderen Gruppe waren 2 Profis vertreten, Prof. Dr. Frech mit Quinn und N. Gerhard, ein Berufsabrichter. Er führte den Hund in Vertretung für den neuen Besitzer, dem er offenbar das Tier verkauft hatte. Unser Richterobmann war E, bei dem Nala auch schon in Pension war z.B. als wir in Frankreich waren. Sie hatte aber mehrere Teppiche aufgefressen und daher war fraglich ob er ihr ggbr. Wohl gesonnen sein würde. Daneben noch Herr R, ein netter älter Herr, den wir schon mal hatten und Herr F, angeblich ein sehr genauer Richter.

Die Vorbereitung auf VGP ist schwierig, weil man sowohl Schweiß als auch jede Menge Füchse benötigt. Die Kühltruhe war voll davon. Füchse riechen übel – besonders ältere. Die Einladung machte deutlich, dass nur Füchse zugelassen werden, die min. 7 Pfund schwer und tollwutfrei sind. Also rief ich am Tierärztl. Untersuchungsamt in HD an und frug nach Füchsen. Dr. Schwarz war ablehnend, denn Untersuchungsmaterial durfte das Gebäude nicht verlassen. Seine beiden Chefs waren aber auch Jäger und hatten Verständnis. Also fuhr ich an einem Spätsommertag nach HD und holte 7 Füchse samt der Zertifikate ab – einschl. eines 10 € Strafzettels wegen zu schneller Fahrt. Ich nahm einen Fuchs mit und die restlichen sechs wurden bei -80 °C eingefroren. Alle waren mit Formol behandelt und rochen entsprechend. Nala gewöhnte sich aber schnell daran. Auch dass sie ohne Kopf waren schien ihr eher recht zu sein.Als wir dann die Füchse für die Prüfung aussuchten war die Enttäuschung groß, denn alle waren entweder zerschossen oder aber schon so alt, dass die Haare freiwillig ausgingen. Hans  und Gerhard präparierten sich die beiden besten und ich hatte einen von Herrmann eingefroren, den ich entsprechend präparierte. Er war mit Kugel geschossen, Rippen lugten raus, Därme und der Magen waren zu sehen. Also nähte ich das Loch zu. Er war ziemlich schwer aber Nala hatte ihn bereits mehrfach aus dem Garten apportiert.

Wir fingen mit dem Wasser im Revier von Hannes an. Nala war erste und es begann mit Stöbern ohne Ente. Sie schwamm rasant ins Schilf, kreuzte rüber ins andere Schilf rechts suchte dort weiter. E war sich schnell klar, dass Nala finden wollte und ließ abbrechen. Es folgte die Ente aus tiefem Wasser apportieren und Schussfestigkeit. Auch das kein Problem. Danach Verlorensuchen aus tiefem Wasser. Auch das dauerte keine Minute und Nala war mit der Ente zurück. Wir hatten alle volle Punktzahl bekommen.In der Zwischenzeit traf die andere Gruppe vom Fuchshindernis ein. Die Profis hatten ihre Probleme. Allerdings könne man jeweils einen Versuch machen. Elfriede riet dazu, den Fuchs nicht über den Graben zu werfen sondern rüber zu steigen und ihn ordentlich hin zu betten, damit der Hund ihn gut aufnehme. Also fuhren wir auch hin.

E schritt die 5 m vom Grabenende ab. Ich legte Nala ab, schritt gemächlich über den Graben und drapierte den Fuchs ordentlich hin. Danach schritt ich zurück, neben Nala und gab ein strenges Kommando: Voran apport. Nala musst sich erst um 90 Grad drehen und es schien, dass ihr nicht sofort klar war, was ich wollte. Schon die Tatsache, daß ich über dem Graben war und den Fuchs – statt ihn zu werfen – dort ablegte hat sie offenbar verwirrt. Allerdings dauerte das nur Sekundenbruchteile, dann war sie in gewohnt strammer Gangart über dem Graben und schnappte den Fuchs – um ihn wieder auszuspucken und eine neue Stelle zu probieren. Auch dort schmeckte es ihr nicht. Ich hätte sicherlich noch länger warten können, wollte aber nicht und gab noch mal das Kommando „Apport“. Jetzt packte sie zu, sprang über den Graben, setzte sich vor mich hin und gab auf Befehl aus. „So, das war der Versuch und jetzt das ganze noch mal“ kommentierte ich. E war erstaunt. Nein das gäbe es nicht und auch die beiden anderen Richter waren ablehnend. Geht ja gut los – dachte ich, legte aber kein Veto ein.

Wieder wurden die Autos bestiegen und wir fuhren nach Mingolsheim. Die Feldarbeit begann mit der Suche. Nala war – wie immer – erste. Sie war etwas zögerlich und ging nicht weit von mir weg. Das war mir bekannt. In neuen Revieren prüfte sie immer ausgiebig den Wind und begab sich nicht weit von mir weg. Das änderte sich aber und ich unterstützte das, indem ich häufig die Richtung wechselte und sie dies dann nachvollziehen musste. So suchten wir mehrere ha ab, fanden aber keinen Hasen. Hans folgte. Bald sprang hinter ihm ein Hase auf und floh über den Weg hinweg. Carola hatte ihn nicht gesehen, wurde aber auf die Hasenspur angesetzt – um dann von E wieder abgerufen zu werden. Hans trillerte und Carola gab – zögerlich – nach. Ein weiterer Hase stieg auf und Carola hielt auf Triller. Gerhard kam mit Anni dran. Bald schon stach sie einen Hasen raus und verfolgte ihn sichtlaut ohne auch nur eine Spur auf den Triller von Gerhard zu hören. Das waren 0 Punkte für Gehorsam am Haarnutzwild. Nun mussten wir noch mal ran. Es galt in einem eingesähten Acker zu laufen, links den schmalen Rapsstreifen und rechts den Brachstreifen mit abzusuchen. Nala folgte wie an einem unsichtbaren Faden. Vollständige Führerbindung und das auf ideale max 20 m Distanz. Plötzlich stach ein Hase zwichen mir und Nala raus. Sofort ertönte mein Triller und Nala fiel um. Sie hielt, während der Hase das Weite suchte –uff. Weiter suchen. Nach ca. 100 m steigen plötzlich ca. 15 Hühner hoch. Wir kamen allerdings quer zum Wind und Nala konnte so nicht vorstehen. Sie prellte aber nicht nach sondern setzte sich. Gut gemacht. Wir waren fertig. Jetzt kam Hans noch mal dran. Er hatte Glück, denn gegen den strammen Wind stand Carola einem weiteren Hühnervolk vor – zu weit um zu greifen. Sie zog nach und hielt aus. Die Richter waren zu recht begeistert. Volle Punktzahl für Carola und Nala. Gerhard und ich mussten nun noch Vorstehen. Fasane hatten sich im Altgras versteckt. Nala bekam schnell Wind, erwartete aber sicherlich keinen Fasan unter Gras. Sie grub daher mit ihrer Schnauze nach, packte zu und apportierte den Vogel brav. Wieder keine volle Punktzahl. Nun musste die ausgelegte Ente ohne Kommando gebracht werden und anschließend kam die Entenschleppe dran. Jeweils volle Punktzahl für uns.

Es ging wieder in den Wald. Folgen bei Fuß: volle Punktzahl. Ablegen und Schuß – auf 10 gezählt und nächster Schuß. Ich gehe zurück auf den Weg. Nala steht auf allen Vieren. Legt sich aber wieder ab als ich auf sie zugehe. 1 Punkt Abzug. Als nächstes Leinenführigkeit. Die Leine darf nicht berührt werden und Nala muß neben mir um die Bäume laufen. Sie muß immer auf der Seite vom Baum gehen, auf der ich auch gehe. Klappt nicht so gut, denn sie ist sehr aufgeregt. Ein Punkt Abzug. Treibjagdsimulation. Nala liegt brav bei mir während im Treiben geschossen wird. Ich muß auch schießen. Kein Problem. Volle Punktzahl. Stöbern im Wald: Nala geht ab wie die Kugel aus dem Rohr. Ohne, dass ich sie auffordern muß sucht sie den umstellten Wald systematisch und im gestreckten Galopp ab. Volle Punktzahl. Nun kommt der krasse Gegensatz: Buschieren. Sie darf, wie im Feld, nur unter der Flinte suchen und muß mit disziplinierter Führerbindung quersuchen. Klappt hervorragend. Carola ist hier nicht ausreichend führergebunden. Sie sucht zu weit und bekommt einen Punkt abgezogen.

Letztes Fach für den ersten Tag:  Fuchsschleppe. Der Richter meint der Fuchs sei aber schwer. Hm – habe keinen anderen. Er schleppt ihn über einen Hügel hinweg. Nach einer – langen – Weile ertönt der „Fertig-Ruf“ Ich rüde Nala an und laß sie mit einem harten Befehl Such-Verloren.-Apport auf die Schleppe. Sie verschwindet hinter dem Hügel. Unendlich viel Zeit vergeht. Da kommt sie plötzlich angesprungen aber ohne Fuchs. Der Richter rät mir noch mal anzusetzen. Diesmal erscheint sie schon nach kurzer Zeit mit dem Fuchs im Fang. Sie setzt sich ordentlich und gibt auf Kommando aus. Sie kann nicht den ganzen Weg noch mal gemacht habe. Dies bestätigt der Schleppenrichter. Sie habe den Fuchs sofort aufgenommen und solange er sie gesehen hat, hatte sie den Fuchs nicht ausgelassen. Also eine nur mäßige Richerleistung – die Schleppe so zu legen, dass Teile davon von keinem Richter eingesehen werden können. Wieder ein Punkt Abzug aber dafür Ende des ersten Tages – Zeit für einen kleinen Umtrunk.

Am nächsten Tag kommt die Kaninchenschleppe als erstes dran. Nala marschiert wie gewohnt zügig los und kommt zuverlässig mit dem Kanin im Fang zurück. Volle Punktzahl. Dann das Angstfach Schweiß. Es hat in der Nacht geregnet. Das Laub ist naß. Gerüchteweise hört man, dass man den Schweiß gut sehen könne. Man zeigt mir den Anschuß und die Fluchtrichtung. Nala sucht konzentriert und verweißt schnell Schweiß, wo ich ein Tempo abwerfe. Dann wird sie schneller und faselt. Irgendwann habe ich die Richter verloren. Herr Richteranwärter holt mich zurück. Erster Abruf d.h. nur noch ein 2. Preis ist drin. E zeigt mir wieder Schweiß, Nala findet ein Wundbett. Es geht über einen Waldgrasbestand, durch einen Graben. Nala sucht mit hoher Nase gegen den Wind. Nun rieche auch ich das Stück Rehwild. Muß wohl Fallwild sein! Wir kommen ans Stück und Nala verbellt. Ich lege sie ab und verstecke mich, so dass sie mich noch etwas sehen kann und sich nicht traut, das Stück zu belecken. E beendet die Übung. Wir sind durch. Schweiß müssen wir sicherlich noch weiter üben. Als Hans als nächster Kandidat sich den Richtern nähert höre ich E ihm zuflüstern: Wo ich bin ist immer Schweiß – na, wenn er mir das nur auch gesagt hätte. Immerhin brachten wir es noch auf über 300 Punkte.

Der erste Wurf:

Treibjagd 10. 12. 2006 – Nalas große Stunde

Die dritte Drückjagd, bei der ich als Treiberschütze mitgehe und Nala frei sucht. Ihre Bögen werden immer weiter und sie liebt vor allem Rehwild aufzustöbern - aber ohne diese zu hetzen. Insgesamt arbeitet sie sehr flott und raumgreifend. Irgendwann sehe ich, dass auf dem Weg zwischen ihr und mir ein geschossener Fuchs liegt. Sie springt zunächst über ihn hinweg. Dann reisst sie rum und bewindet den Fuchs zunächst, bevor sie ihn aufnimmt und apportiert. In der Zwischenzeit sind noch mehrere Schüsse gefallen. Auf dem weiteren Weg finden wir noch einen Fuchs und einen schwachen Überläufer. Beide wurden von Michael, dem Jagdherren erlegt.Wir gehen zum nächsten Treiben. Ein dichtes Fichten/Ginster/Brombeer-Gestrüpp. Nala sucht passioniert und treibt ein Reh raus. Oben am Hang ertönt ein Schuß. Später erfahren wir, dass dort ein weiterer Überläufer geschossen wurde.Mittag ist angesagt und jeder freut sich, nach einer Fahrt auf dem Schlepperhänger, endlich etwas Warmes in den Bauch zu bekommen. Der Eintopf mit reichlich Wurst und der Odenwälder Glühmost schmeckt vortrefflich. Am Feuer wärmen wir uns auf und sind froh, als es dann wieder weiter geht. Es steht eine – unter Sauen – sehr bekannte Dickung mit isolierten Blößen an. Wir kommen von der Wiese an den Waldrand und warten auf den Abruf. Leider gibt es aber weder Handy- noch Funkverbindung, so dass wir dann irgendwann entscheiden das Treiben  beginnen zu lassen. Wir bewegen uns rechtsrum eines Hanges. Nals ist unterwegs. Ein breites Hochtal mit sumpfigem Boden liegt quer vor uns. Der Novemberschnee hat den Farn fast platt gedrückt. Der Baumbestand ist sehr licht. Von rechts oben kündigt jemand Rehwild an und schon sehe ich das Stück das Tal herab kommen. Hinter einem Busch verhofft das weibliche Stück. Nala kommt von rechts und will die Fährte weiter aufnehmen. Auf mein Trillerpfiff macht sie down und das Reh flüchtet weiter Tal abwärts. Jäger die wir treffen berichten uns, dass bereits beim Anlaufen eine Rotte mit 8 bis 10 Sauen das Treiben verlassen habe. Trotzdem gehen wir weiter. Wir queren den Talboden und kommen nach einem kurzen Stück Hochwald in die Schonung. Ein Paradies für Sauen aber außer diverser Kessel sehen wir wirklich nichts. Wir sammeln uns jenseits der Schonung und warten auf die angestellten Jäger. Plötzlich fällt unterhalb der Schonung ein Schuß. Jens, der ca. 80 m oberhalb von uns steht geht einige Schritte voran und sucht im Laub. Er findet ein Flintenlaufgeschoß, das zunächst über ihm in die Buche eingeschlagen war und dann auf den Boden fiel. Außerdem haben Treiber beobachtet, dass das Reh krank war. Inzwischen ist der letzte Jäger eingetroffen. Er meldet aufgeregt, dass die Sauen unmittelbar hinter den Treibern wieder in die Schonung eingewechselt seien. Wir stellen also wieder ab und wir Treiber umschlagen die Schonung talwärts. Als wir dann nach der Schonung wieder bergan steigen wollten, suchen die Sauen wieder das Weite. 3 Schüsse werden abgegeben. Wir gehen talwärts auf den Weg zurück um uns nochmal von der Wiese her den Wald vorzunehmen. Als wir den Weg in Richtung Wiese verlassen finde ich Schweiß und schon ist Nala wie der Blitz davon. Talwärts verfolgt sie das kranke Reh, die Distanz wird schnell geringer und schon hat Nala das Stück niedergezogen. Es kämpft verzweifel. Nala verliert kurzfristig den Griff, packt dann aber wieder die Drossel und zieht das Stück auf den Boden. In der Zwischenzeit bin ich losgespurtet um Nala zu helfen. Ich lehne meine Büchse an einen Baum, denn ich möchte nicht aus dieser Distanz schießen. Also nehme ich das Jagdmesser um das Stück abzufangen. Nala läßt den sicheren Drosselgriff nicht locker und beobachtet mich unterdessen mit einem Blick der sagt: "Mensch mach schon, hilf mir“. Schnell ist das Stück abgefangen und ich kann Nala ausgiebig für die Arbeit belohnen. Dies war sicherlich einer der Momente, der mich erkennen ließ, daß Nala ihr Handwerkzeug hundertprozentig beherrscht.

Ergebnisse und Zertifikate:

VJP      HZP     VGP     HD-frei        Härtenachweis   Ahnentafel1     Ahnentafel2